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„Ich wollte doch gar nicht schreien!“ Wie emotionale Einsamkeit entsteht – und warum Kinder und Eltern Co-Regulation brauchen
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„Ich wollte doch gar nicht schreien!“ Diesen Satz höre ich in meiner Praxis immer wieder, oft schon in den ersten Minuten eines Gesprächs, begleitet von Tränen, Scham und dem Gefühl, als Mutter* versagt zu haben. Dabei habe ich in all den Jahren noch keine Mutter kennengelernt, die ihr Kind anschreien will. Ich habe allerdings viele Mütter kennengelernt, die erschöpft sind, die sich seit Stunden oder Tagen zusammenreißen, versuchen, ruhig zu bleiben, verständnisvoll zu reagieren und alles richtig zu machen. Irgendwann reicht die Kraft einfach nicht mehr.
(c) Kateryna Hliznitsova
Weil ich etwas dazu beitragen wollte, dass Eltern sich selbst besser verstehen und einen anderen Umgang mit ihrer Überforderung finden, habe ich gemeinsam mit Jeannine Mik den Spiegel- Bestseller „Mama, nicht schreien!“piegel- Bestseller „Mama, nicht schreien!“ geschrieben. 2026 ging er bereits in die zehnte Auflage. Das Thema beschäftigt Mütter und Väter offenbar nach wie vor sehr.
Wenn wir uns allerdings ausschließlich mit dem Schreien beschäftigen, übersehen wir häufig, was diesem Verhalten vorausgeht. Denn Schreien steht meist am Ende einer langen Kette von Überforderung, Anspannung und dem verzweifelten Versuch, eine Situation wieder unter Kontrolle zu bringen. Deshalb halte ich es für hilfreich, den Blick auf das zu richten, was vorher passiert ist. Was ist in mir vorgegangen, bevor ich geschrien habe? Was habe ich gespürt, was habe ich gedacht, und an welchem Punkt wurde es für mich zu viel?
Mich beschäftigt in diesem Zusammenhang noch ein anderer Gedanke. Ich glaube, dass viele Konflikte in Familien und später auch in Paarbeziehungen mit etwas zu tun haben, das ich emotionale Einsamkeit nennen würde. Damit meine ich die Erfahrung, mit dem, was in uns gerade lebendig ist, allein zu bleiben. Unsere Traurigkeit erreicht niemanden, unsere Angst soll möglichst schnell verschwinden, unsere Wut wird gestoppt und unsere Freude findet kein Gegenüber, das sie mit uns teilt. Wir können von Menschen umgeben sein, in einer Familie leben, geliebt werden und uns mit unseren Gefühlen dennoch furchtbar allein fühlen.
Diese Erfahrung kann sehr früh beginnen, bereits in unseren ersten Lebensjahren. Ein Baby kommt auf die Welt und ist vollkommen darauf angewiesen, dass jemand seine Signale wahrnimmt und darauf reagiert. Es kann noch keine Worte dafür finden, wenn es überfordert ist, und verfügt auch noch nicht über die Möglichkeiten, seine Gefühle selbstständig zu regulieren. Entwicklungspsychologen sprechen in diesem Zusammenhang von Attunement, der Fähigkeit der Eltern, sich auf ihr Kind einzustimmen, wahrzunehmen, was gerade in ihm geschieht, und ihm durch ihre Reaktionen zu vermitteln: Ich sehe dich.
Ein kleines Kind braucht Erwachsene, die ihm ihr ausgereiftes Nervensystem gewissermaßen zur Verfügung stellen. Ich sage gerne, dass wir unseren Kindern für einige Jahre unseren präfrontalen Cortex leihen. Wenn ein Kind Angst hat, wütend oder traurig ist, helfen wir ihm dabei, wieder Sicherheit zu finden. Genau das nennen wir Co-Regulation. Wir vermitteln unserem Kind: Das ist gerade groß, was du da erlebst. Ich bin bei dir, und wir schaffen das gemeinsam.
Kinder brauchen darüber hinaus die Erfahrung, dass ihre Gefühle einen Platz haben dürfen. Sie möchten mit dem, was sie fühlen und sind, willkommen sein, dazugehören und spüren, dass sie für ihre Eltern wertvoll sind. Nun bringen Eltern ihre eigene Geschichte mit in die Elternschaft. Manche sind mit Erwachsenen aufgewachsen, die ihre Gefühle gut begleiten konnten. Andere haben erlebt, dass Traurigkeit möglichst schnell verschwinden sollte, Wut Angst machte, Weinen als lästig empfunden wurde oder Hilflosigkeit schwer auszuhalten war. Dann fallen Sätze wie: „Jetzt hör auf zu weinen!“, „Das ist doch nicht so schlimm!“ oder „Morgen kommen wir eh wieder zur Oma.“
Ich glaube, dass solche Sätze häufig aus der eigenen Überforderung entstehen. Das Weinen eines Kindes kann im Erwachsenen etwas berühren, das mit seiner eigenen Geschichte zu tun hat. Die Traurigkeit des Kindes aktiviert die eigene Traurigkeit, seine Hilflosigkeit erinnert an die eigene Hilflosigkeit, und plötzlich ist da noch ein zweites Nervensystem, das versucht, wieder Sicherheit zu finden. In diesem Moment steht dem Kind die emotionale Verfügbarkeit seines Gegenübers nur eingeschränkt zur Verfügung. Der Erwachsene ist mit seiner eigenen Aktivierung beschäftigt und kann das Kind in seinem Erleben kaum noch begleiten.
Kinder lernen sehr früh, was in ihrer Familie mit Gefühlen passiert. Sie nehmen wahr, ob ihre Traurigkeit Platz hat, wie die Eltern auf ihre Wut reagieren und was geschieht, wenn sie Angst haben. Sie beobachten die Reaktionen ihrer Bezugspersonen und beginnen, sich darauf einzustellen.
Ein kleines Kind wird kaum auf die Idee kommen, dass seine Mutter gerade überfordert ist oder sein Vater mit der eigenen Hilflosigkeit kämpft. Es erlebt vielmehr, dass es mit seinen Gefühlen allein bleibt. Und mitunter entwickelt es daraus eine noch schmerzhaftere Überzeugung: Wenn ich traurig oder wütend bin, mache ich Mama oder Papa das Leben schwer.
Wie Kinder auf solche Erfahrungen reagieren, kann sehr unterschiedlich sein. Manche werden stiller, ziehen sich zurück und beginnen, ihre Gefühle zu verbergen. Sie versuchen, möglichst wenig Schwierigkeiten zu machen, und lernen früh, sich auf die Erwartungen und Stimmungen ihrer Eltern einzustellen. Andere Kinder reagieren in die entgegengesetzte Richtung. Sie werden lauter, protestieren heftiger, weinen immer weiter oder steigern sich in ihre Wut hinein. Es kann sein, dass sie mit ihrem Verhalten versuchen, ihr Gegenüber doch noch zu erreichen. Ihre Gefühle werden immer größer, und sie finden keinen Weg, mit ihnen umzugehen.
Mir persönlich ist die stille, angepasste Reaktion vertrauter. In meiner Arbeit begegne ich allerdings beiden Mustern und natürlich auch Kindern, die je nach Situation ganz unterschiedlich reagieren. Was mich dabei beschäftigt, ist die Frage, wie viel emotionale Erreichbarkeit ein Kind erfährt und welche Möglichkeiten es entwickelt, mit schwierigen Gefühlen umzugehen. So kann emotionale Einsamkeit entstehen, mitten in einer Familie, in der sich alle lieben.
Was wir als Kinder lernen, nehmen wir mit in unsere Elternschaft
Die wenigsten von uns erinnern sich bewusst daran, wie in den ersten Lebensjahren mit ihren Gefühlen umgegangen wurde. Trotzdem tragen wir diese Erfahrungen in uns. Unser Nervensystem hat gelernt, was in unserer Familie möglich war, wie andere auf uns reagiert haben und womit wir besser allein zurechtkommen mussten.
Wie war das bei dir? Gab es jemanden, der sich zu dir setzte, wenn du traurig warst, dich in den Arm nahm und sagte: „Das war jetzt wirklich enttäuschend“? Durftest du wütend sein und deine Wut ausdrücken, ohne Angst haben zu müssen, dass die Beziehung darunter leidet? Konntest du über deine Ängste sprechen, und gab es Erwachsene, die dir dabei zuhörten? Oder hast du gelernt, dass Weinen niemandem hilft, dass man sich zusammenreißt und stark sein muss? Hast du früh gespürt, dass Mama selbst schon genug Sorgen hatte oder Papa mit Gefühlen wenig anfangen konnte?
Kinder sind unglaublich feinfühlig. Sie merken sehr schnell, was ihre Eltern tragen können, was ihnen zu viel wird und welche ihrer eigenen Verhaltensweisen bei den Erwachsenen unangenehme Reaktionen auslösen. Sie haben ein tiefes Bedürfnis, für ihre Eltern wertvoll zu sein. Sie möchten dazugehören und erleben, dass ihre Anwesenheit das Leben ihrer Eltern bereichert. Dafür sind sie mitunter bereit, einen hohen Preis zu bezahlen.
Das geschieht weitgehend unbewusst. Über viele Erfahrungen hinweg entwickelt sich eine innere Landkarte, an der sich das Kind orientiert. Wenn ich traurig bin, wird Mama unruhig. Wenn ich wütend werde, zieht Papa sich zurück. Wenn ich Angst habe, werde ich ausgelacht. Wenn ich zu fröhlich bin, kommt schnell ein: „PSSST!“ Ein Kind kann daraus lernen, seine Gefühle möglichst für sich zu behalten. Ein anderes versucht immer nachdrücklicher, gehört und gesehen zu werden. Die Gefühle selbst bleiben vorhanden. Manche Kinder verlieren zunehmend den Kontakt zu ihnen, andere lernen, ihr Erleben mit sich allein auszumachen, und wieder andere geraten häufig in Situationen, in denen ihre Gefühle übermächtig werden.
Viele Jahre später sitzen diese Kinder als Erwachsene bei mir in der Praxis. Manche erzählen, dass sie niemanden um Hilfe bitten können, weil sie alles mit sich selbst ausmachen müssen. Andere schämen sich für ihre Tränen. Wieder andere bemerken erst auf meiner Couch, dass sie zwar hervorragend funktionieren, aber kaum noch wissen, was sie eigentlich fühlen. Und es gibt Menschen, die erleben, dass sie von ihren Gefühlen regelrecht überrollt werden und dann kaum noch wissen, wie sie sich verhalten sollen. Viele von ihnen sind inzwischen selbst Eltern.
Hier begegnet mir in meiner Arbeit immer wieder ein Phänomen, das ich ausgesprochen interessant finde: Unter Stress greift unser Nervensystem bevorzugt auf das zurück, was es kennt, auf Reaktionen und Verhaltensweisen, die wir über viele Jahre gelernt haben. Stell dir vor, dein Kind beginnt zu weinen. Es ist enttäuscht, wütend oder verzweifelt, und innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde reagiert auch dein eigenes Nervensystem.
Differenzierung – wer möchte ich sein, wenn es schwierig wird?
Ich finde es hilfreich, in solchen Momenten darauf zu achten, was in unserem Körper geschieht. Unser Herz schlägt schneller, die Muskeln spannen sich an, der Atem wird flacher und unser Denken enger. Wir möchten womöglich, dass das Weinen endlich aufhört, dass Ruhe einkehrt und unser Kind vernünftig wird. Unser eigenes Nervensystem versucht gerade, mit einer Situation zurechtzukommen, die es als belastend oder bedrohlich erlebt.
Da erkläre ich zum fünften Mal, warum wir jetzt nach Hause müssen, werde immer lauter, drohe mit Konsequenzen, ziehe mich innerlich zurück oder beginne hektisch nach einer Lösung zu suchen. Solche Reaktionen können Ausdruck meiner Überforderung sein. Sie zeigen, wie sehr ich in diesem Moment damit beschäftigt bin, meine eigene Anspannung in den Griff zu bekommen. Ich finde deshalb den Gedanken hilfreich, dass ein weinendes Kind manchmal zwei Nervensysteme aktiviert: sein eigenes und das der Mutter oder des Vaters.
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Und hier möchte ich etwas ergänzen, das mir in meiner Arbeit immer wichtiger geworden ist: Auch wenn wir emotional stark aktiviert sind, können wir lernen, Einfluss auf unser Verhalten zu nehmen. Allerdings ist das etwas, das vielen von uns ausgesprochen schwerfällt und das wir oft über lange Zeit üben müssen.
Manchmal sind wir schon mitten in einer Reaktion, bevor wir überhaupt bemerken, was gerade passiert. Wir hören uns Dinge sagen, die wir niemals sagen wollten, werden immer lauter und geraten in eine Dynamik, die uns nur allzu vertraut ist. Ich stelle mir das gerne wie eine Schrei-Bahn vor, auf die wir geraten und auf der wir beinahe automatisch weiterfahren. Am Anfang bemerken wir oft erst hinterher, dass wir wieder auf dieser alten Bahn unterwegs waren. Wir sitzen da, sind erschöpft, schämen uns und fragen uns, warum wir schon wieder so reagiert haben.
Mit zunehmender Erfahrung können wir beginnen, uns früher zu bemerken. Wir erkennen irgendwann mitten im Streit: Jetzt bin ich schon wieder dabei! Jetzt möchte ich mein Kind unbedingt dazu bringen, endlich aufzuhören. Jetzt höre ich mich drohen und werde immer lauter. Und mit viel Übung kann es uns gelingen, diese Entwicklung noch früher wahrzunehmen. Wir bemerken die ersten körperlichen Signale, erkennen die vertrauten Gedanken und bekommen die Möglichkeit, innezuhalten, bevor wir den alten Pfad weitergehen.
Dabei kann uns unser Körper helfen. Woran bemerke ich meine Anspannung? Spanne ich den Kiefer an? Halte ich den Atem an? Wird mir heiß? Ich kann lernen, diese Signale wahrzunehmen, meine Füße auf dem Boden zu spüren, bewusst auszuatmen und zu beobachten, welche Impulse gerade in mir auftauchen.
Diese Entwicklung verläuft selten geradlinig. An manchen Tagen gelingt uns etwas, das wir am nächsten Tag überhaupt nicht schaffen. Unter großer Belastung greifen wir womöglich wieder auf Verhaltensweisen zurück, von denen wir geglaubt haben, dass wir sie längst hinter uns gelassen hätten.
Ich finde es wichtig, dass wir uns dafür Zeit geben. Wir haben manche dieser Reaktionen über viele Jahre eingeübt. Da braucht es Geduld, Erfahrung und die Bereitschaft, sich immer wieder mit sich selbst auseinanderzusetzen.
Und genau hier kommt für mich die Differenzierung ins Spiel. Ich entwickle allmählich die Fähigkeit, auch unter emotionalem Druck wahrzunehmen, was in mir geschieht, und mich zu fragen, wer ich sein möchte und wie ich mich verhalten will. Ich kann wütend, verletzt oder verunsichert sein und mich dennoch darum bemühen, meinem Kind respektvoll zu begegnen. Das wird mir manchmal besser und manchmal schlechter gelingen. Mir
eht es um die Entwicklung der Fähigkeit, auch dann präsent zu bleiben, wenn es schwierig wird. Kinder dürfen erleben, dass ihre Eltern Gefühle haben und sich darum bemühen, verantwortlich mit ihnen umzugehen.
Wer möchte ich sein, wenn mein Kind vollkommen außer sich ist? Wie möchte ich ihm begegnen, wenn mich sein Verhalten an meine Grenzen bringt? Und was brauche ich, um in solchen Momenten mehr Einfluss auf mein Handeln zu gewinnen?
Wer co-reguliert eigentlich die Eltern?
Je länger ich Eltern begleite, desto öfter denke ich, dass wir Erstaunliches von ihnen erwarten. Wir wünschen uns, dass sie ihren Kindern Sicherheit geben, wenn diese Angst haben, dass sie mit dem Schreien ihrer Kinder umgehen können und deren Wut aushalten, ohne selbst die Kontrolle über ihr Verhalten zu verlieren. Wir erwarten, dass sie Grenzen setzen, liebevoll bleiben, Gefühle begleiten, benennen und mittragen. Und natürlich sollen sie dabei möglichst geduldig, verständnisvoll und zugewandt sein.
All das ist wichtig. Ich frage mich allerdings oft, wer eigentlich die Erwachsenen begleitet. Wer bemerkt, dass die Mutter seit Tagen kaum geschlafen hat, zwischen Arbeit, Haushalt, Mental Load und Familienorganisation versucht, allen gerecht zu werden, und selbst schon längst erschöpft ist? Wer sieht den Vater, der sich jeden Tag zusammenreißt und trotzdem das Gefühl hat, nie genug zu sein? Wer bleibt bei diesen Menschen, wenn sie selbst an ihre Grenzen kommen?
Viele Eltern funktionieren, machen weiter und sagen sich, dass andere es schließlich auch schaffen. Sie lesen Bücher, hören Podcasts, speichern Beiträge auf Instagram und nehmen sich fest vor, beim nächsten Mal ruhiger zu bleiben. Wenn sie dann doch wieder laut werden, kommt zur Überforderung auch noch die Enttäuschung über sich selbst. Warum schaffe ich das einfach nicht? Ich weiß doch längst, wie ich es machen sollte!
(c) Kateryna Hliznitsova
Dabei brauchen wir Co-Regulation unser Leben lang. Als Erwachsene verfügen wir über zunehmend ausgereifte Möglichkeiten zur Selbstregulation, und dennoch bleibt unser Nervensystem empfänglich für das, was andere Menschen uns anbieten. Ein verständnisvoller Blick, eine Hand auf der Schulter oder jemand, der sagt: „Ich sehe, wie schwer das gerade ist“, kann etwas in uns verändern. Wir werden ruhiger, unser Atem wird tiefer und unser Denken wieder weiter.
Das kennen wir vermutlich alle. Wir kommen nach einem schwierigen Tag erschöpft nach Hause und erzählen einem vertrauten Menschen, was wir erlebt haben. An der Situation selbst hat sich dadurch noch gar nichts verändert. Wir müssen uns weiterhin mit dem Problem beschäftigen, und dennoch fühlen wir uns nach diesem Gespräch häufig erleichtert. Wir haben mit dem, was uns beschäftigt, jemanden erreicht. Genau diese Erfahrung meine ich, wenn ich vom Gegenteil emotionaler Einsamkeit spreche.
Deshalb wünsche ich mir, dass wir bei all den wunderbaren Erkenntnissen über Co-Regulation und die Entwicklung des kindlichen Nervensystems auch darüber sprechen, was Eltern selbst brauchen. Wie können sie Unterstützung erfahren? Wo dürfen sie sich anlehnen? Wer interessiert sich dafür, wie es ihnen geht? Und wo haben ihre eigenen Gefühle Platz? Denn wenn ich selbst über längere Zeit erschöpft bin und kaum noch Zugang zu meinen eigenen Bedürfnissen habe, wird es zunehmend schwieriger, meinem Kind emotional zur Verfügung zu stehen.
Manche Eltern können sich nach einem schwierigen Nachmittag mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin austauschen. Andere haben eine Freundin, die zuhört und versteht, was gerade los ist. Großeltern, Nachbarinnen oder andere Eltern aus der Spielgruppe können ebenfalls wichtige Bezugspersonen sein. Manchmal ist es eine Elternberaterin oder Therapeutin, bei der jemand zum ersten Mal seit Langem erlebt, dass er mit seinen Gefühlen willkommen ist.
Und es gibt Eltern, die derzeit niemanden haben, bei dem sie mit ihren Sorgen, ihrer Erschöpfung oder ihrer Hilflosigkeit landen können. Auch das gehört zur Lebensrealität vieler Familien. Diesen Müttern und Vätern möchte ich sagen: Wenn dich das Weinen deines Kindes überfordert, lohnt es sich, genauer hinzuschauen, was da in dir passiert. Du hast eine Geschichte, du hast ein Nervensystem, das über viele Jahre Erfahrungen gesammelt hat, und du hast Grenzen. Ich glaube, dass wir unseren Kindern viel Gutes tun können, wenn wir beginnen, uns selbst mit mehr Interesse und Mitgefühl zu begegnen. Wenn wir unsere eigenen Reaktionen verstehen, können wir auch lernen, Verantwortung für sie zu übernehmen.
Beim anderen bleiben, auch wenn es in mir schwierig wird
An dieser Stelle möchte ich noch etwas genauer darauf eingehen, was ich unter Co-Regulation verstehe. Denn je nachdem, ob wir es mit einem kleinen Kind oder einem erwachsenen Menschen zu tun haben, verändert sich unsere Aufgabe. Bei einem kleinen Kind reguliere ich aktiv mit. Ich nehme es auf den Arm, halte es, wiege es, spreche beruhigend mit ihm und leihe ihm gewissermaßen mein Nervensystem, bis es wieder Sicherheit findet. Kleine Kinder brauchen diese Unterstützung, weil die entsprechenden Fähigkeiten zur Selbstregulation erst heranreifen.
Je älter ein Mensch wird, desto mehr verändert sich die Form dieser Unterstützung. Ein erwachsener Mensch kann zunehmend selbst Verantwortung für seine Gefühle übernehmen. Und dennoch kann es ihm guttun, wenn jemand zuhört, Anteil nimmt und seine Gefühle mit ihm aushält, ohne sofort eine Lösung anbieten zu müssen.
Stell dir vor, dein Kind kommt weinend zu dir, weil sein bester Freund heute nicht mit ihm gespielt hat. Du könntest versuchen, das Problem zu lösen und sagen: „Vielleicht spielt er morgen wieder mit dir.“ Du könntest erklären, dass der Freund es bestimmt nicht böse gemeint hat, oder dein Kind mit einem Eis ablenken.
Das sind verständliche Reaktionen. Wir möchten, dass es unseren Kindern gut geht, und versuchen deshalb häufig, ihre unangenehmen Gefühle möglichst rasch zu verändern. Was dabei allerdings manchmal zu kurz kommt, ist die Erfahrung des Kindes, dass jemand seine Enttäuschung wahrnimmt und bei ihm bleibt, während es traurig ist. Ich könnte mich also zu meinem Kind setzen und sagen: „Das hat richtig wehgetan. Du hättest so gerne mit ihm gespielt.“
Dann höre ich zu, nehme Anteil und halte es aus, dass mein Kind traurig ist. Es darf enttäuscht sein, weinen, sich ärgern und mit der Zeit selbst wieder aus dieser Enttäuschung herausfinden. Ich bleibe ihm als erwachsener Mensch zur Verfügung. Das muss mir keineswegs immer leichtfallen. Es kann sein, dass seine Traurigkeit auch mich traurig macht oder dass ich unruhig werde, weil ich meinem Kind diese Erfahrung gerne ersparen würde. Gerade dann bin ich gefordert, mich mit meiner eigenen Reaktion zu beschäftigen und zu unterscheiden, was zu meinem Kind gehört und was zu mir.
Etwas Ähnliches erleben wir später in unseren Paarbeziehungen.Wenn eine Frau zu ihrem Mann sagt: „Ich fühle mich im Moment unglaublich allein“, möchte sie womöglich erst einmal, dass ihr Mann versteht, wie es ihr geht. Beginnt er sofort zu erklären, warum das gar nicht stimmen kann und wie viel er schließlich arbeitet, entsteht daraus schnell ein Streit darüber, wer recht hat. Und wenn ein Mann seiner Frau sagt: „Ich habe Angst, dass ich dir nicht mehr genüge“, kann ein vorschnelles „Das stimmt doch überhaupt nicht!“ dazu führen, dass er mit seiner Angst wieder allein bleibt.
In solchen Momenten wünschen wir uns häufig Resonanz. Wir möchten, dass der Mensch, dem wir uns anvertrauen, innerlich erreichbar bleibt und sich für unser Erleben interessiert. In meinen Coachings beobachte ich immer wieder, wie schwierig genau das werden kann, sobald starke Gefühle auftauchen. Der eine beginnt zu argumentieren, der andere erklärt sich, verteidigt sich oder sucht nach einer Lösung. Manche Menschen ziehen sich zurück, andere gehen in den Angriff.
Unter emotionalem Druck wird es für viele von uns schwieriger, neugierig und offen zu bleiben. Und doch können wir unsere Fähigkeit entwickeln, auch in solchen Situationen mit uns selbst und unserem Gegenüber in Kontakt zu bleiben. Ich kann lernen, meine erste Reaktion wahrzunehmen, mich einen Moment zu sammeln und mich zu fragen, was in mir gerade los ist. Wenn ich das schaffe, gelingt es mir womöglich, meinem Gegenüber zu sagen: „Ich merke, dass mich das selbst bewegt. Ich möchte bei dir bleiben und dir zuhören.“ Ich halte das für eine ausgesprochen wichtige Beziehungskompetenz. Wir können lernen, uns von den Gefühlen anderer Menschen berühren zu lassen, ihnen zugewandt zu bleiben und dennoch unsere eigene innere Position zu behalten. In dieser Fähigkeit sehe ich eine wichtige Verbindung zwischen Co-Regulation und
Differenzierung.
Fragen, die dich ein Stück näher zu dir bringen können
Beim Lesen sind dir womöglich Situationen aus deinem eigenen Familienalltag eingefallen. Ein Nachmittag, an dem dein Kind geweint hat und du irgendwann nicht mehr wusstest, wie du ruhig bleiben sollst. Ein Moment, in dem du geschrien hast, dich innerlich zurückgezogen hast oder bemerkt hast, dass dein Kind etwas in dir berührt, das viel älter ist als diese eine Situation.
Die meisten Eltern tragen ohnehin schon eine ganze Menge Ansprüche mit sich herum. Sie wissen häufig sehr genau, wie sie gerne reagieren würden, und ärgern sich darüber, wenn es ihnen wieder nicht gelungen ist. Ich möchte dir deshalb einige Fragen anbieten, mit denen du dich selbst besser kennenlernen kannst.
Du musst sie weder der Reihe nach beantworten noch daraus eine weitere Aufgabe machen. Schau einfach, welche Frage dich anspricht und bei welcher du gerne ein wenig länger verweilen möchtest.
- Wenn mein Kind weint oder wütend wird, woran merke ich als Erstes, dass ich selbst unter Druck gerate? Was passiert in meinem Körper? Wird mein Atem flacher, spanne ich den Kiefer an, wird meine Stimme lauter oder möchte ich die Situation möglichst schnell beenden?
- Welche Gefühle meines Kindes fallen mir besonders schwer auszuhalten? Ist es Traurigkeit, Wut, Angst oder Hilflosigkeit? Wie geht es mir mit seiner Freude und Aufregung?
- Welche Sätze tauchen in meinem Kopf auf, wenn mein Kind starke Gefühle zeigt? Sind das meine eigenen Überzeugungen, oder kenne ich diese Sätze bereits aus meiner Kindheit?
- Wie wurde mit meinen Gefühlen umgegangen, als ich klein war? Wer konnte sie halten, wer war damit überfordert und welche Gefühle hatten in meiner Familie Platz?
- Musste ich früh stark sein und lernen, alles mit mir selbst auszumachen? Wie leicht oder schwer fällt es mir heute, andere Menschen um Hilfe zu bitten, Unterstützung anzunehmen oder mich anzulehnen?
- Was brauche ich eigentlich, wenn ich selbst an meine Grenzen komme? Ruhe, zehn Minuten für mich, jemanden, der zuhört, eine Umarmung oder einen Menschen, der sagt: „Ich sehe, wie schwer das gerade ist“?
- Wer co-reguliert eigentlich mich? Gibt es jemanden, bei dem ich mit meinen Gefühlen landen kann, der sich für mein Erleben interessiert und es mit mir aushält? Und wenn ich derzeit niemanden habe, wie könnte ich beginnen, mir Unterstützung zu holen?
- Und wie möchte ich mich verhalten, wenn ich wütend, verletzt oder überfordert bin? Welche Mutter, welcher Vater möchte ich sein, gerade in den Momenten, in denen mir das Leben mit meinem Kind besonders viel abverlangt?
Eine Frage möchte ich dir besonders ans Herz legen.
Stell dir vor, eine gute Freundin sitzt nach einem anstrengenden Nachmittag weinend vor dir und erzählt: „Ich wollte doch gar nicht schreien.“ Was würdest du in diesem Moment in ihr sehen? Würdest du ihr sagen, dass sie versagt hat, oder würdest du bemerken, wie erschöpft sie ist, wie sehr sie sich bemüht und wie verzweifelt sie gerade darüber ist, dass sie ihrem Kind gegenüber laut geworden ist? Wie würdest du mit ihr sprechen?
Ich glaube, dass wir diesen Blick manchmal auch auf uns selbst richten dürfen. Selbstmitgefühl bedeutet für mich, dass wir uns mit unseren Reaktionen auseinandersetzen, Verantwortung für unser Verhalten übernehmen und dabei auch verstehen wollen, was uns in schwierigen Momenten widerfährt. Je besser wir uns selbst kennenlernen, desto mehr Möglichkeiten entwickeln wir, anders zu handeln. Dazu gehört auch, uns mit derselben Freundlichkeit zu begegnen, die wir unseren Kindern schenken möchten.
Und wenn du morgen wieder schreist?
Du legst diesen Artikel zur Seite, und morgen früh möchte dein Kind seine Schuhe wieder nicht anziehen. Es gibt Streit um den Fernseher, die Hausaufgaben oder das Zähneputzen. Du hast schlecht geschlafen, musst pünktlich zur Arbeit und merkst, wie deine Geduld schwindet. Und dann wirst du womöglich wieder laut. Es kann sein, dass du etwas schon hundertmal verstanden hast und es dir im nächsten schwierigen Moment trotzdem wieder misslingt. Wissen allein verändert noch keine über Jahrzehnte eingeübten Reaktionen.
Ich wünsche dir deshalb Geduld mit dir selbst und die Bereitschaft, hinzuschauen, dich mit deinen Reaktionen auseinanderzusetzen und dir Unterstützung zu holen, wenn du immer wieder an dieselben Grenzen kommst.
Denn Elternschaft ist auch ein Lernprozess. Wir müssen vieles, was wir unseren Kindern gerne mitgeben möchten, selbst erst kennenlernen und üben. Und manche dieser Fähigkeiten entwickeln wir über viele Jahre hinweg.
Viele von uns sind selbst in Familien aufgewachsen, in denen wir vor allem gelernt haben, zu folgen und zu gehorchen. Erwachsene haben gesagt, was zu tun ist, und Kinder hatten sich daran zu halten. Wir haben gelernt, uns anzupassen, Erwartungen zu erfüllen und möglichst wenig Widerstand zu leisten. Aber was haben wir darüber gelernt, wie gute Führung aussieht? Wie geht das eigentlich, ein Kind zu führen? Wie fühlt es sich an, gut geführt zu werden? Und woran kann sich ein Kind orientieren, wenn wir selbst unsicher sind?
Ich glaube, dass viele Erwachsene darauf zunächst gar keine Antwort haben, weil sie es selbst kaum erlebt haben. Dabei braucht gute Führung meiner Meinung nach gar nicht so viele Zutaten: Präsenz, einen klaren Anfang und ein klares Ende. Ich muss als Mutter oder Vater wissen, was ich möchte, mich meinem Kind zuwenden und die Verantwortung dafür übernehmen, wie wir durch eine Situation kommen. Wenn es Zeit ist, nach Hause zu gehen, braucht mein Kind einen Erwachsenen, der diese Entscheidung treffen und vertreten kann. Einen Menschen, der klar sagt, dass wir jetzt gehen, der die Enttäuschung oder den Protest seines Kindes aushält und ihm dabei hilft, den Übergang zu bewältigen. Ein klarer Anfang bedeutet, dass ich eine Situation bewusst eröffne und Orientierung gebe. Ein klares Ende bedeutet, dass ich auch für ihren Abschluss Verantwortung übernehme.
Und Präsenz bedeutet, dass ich währenddessen ansprechbar bleibe, wahrnehme, wie es meinem Kind geht, und mich um meinen eigenen Umgang mit der Situation kümmere. Mein Kind darf wütend darüber sein, dass wir den Spielplatz verlassen. Es darf enttäuscht sein, protestieren und weinen. Ich darf bei meiner Entscheidung bleiben und muss mich damit auseinandersetzen, wie ich mein Kind durch diese Enttäuschung begleite.
Das klingt beim Lesen womöglich recht einfach. In der konkreten Situation ist es für viele Eltern eine große Herausforderung. Wenn mein Kind seit zwanzig Minuten protestiert, ich schon zu spät
dran bin und merke, wie meine eigene Wut steigt, brauche ich viel innere Klarheit, um die Führung zu behalten und meinem Kind weiterhin zugewandt zu begegnen. Dazu kommt noch etwas anderes. Die Sprache, die wir als Kinder gelernt haben, ist häufig eine hierarchische Sprache. Eine Sprache, in der Erwachsene bestimmen und Kinder gehorchen. Eine patriarchal geprägte Subjekt-Objekt-Sprache, in der mit Kindern etwas gemacht wird, in der sie funktionieren und sich den Vorstellungen der Erwachsenen entsprechend verhalten sollen.
Die Sprache der Beziehung und der Gleichwürdigkeit ist für viele von uns deshalb wie eine zweite Sprache, die wir erst lernen müssen. Wie spreche ich mit meinem Kind, wenn ich seine Würde achten und meiner Verantwortung als erwachsener Mensch gerecht werden möchte? Wie setze ich Grenzen, ohne es zu beschämen? Wie bleibe ich klar, wenn mein Kind mit meiner Entscheidung unzufrieden ist? Wie kann ich mich für seine Sichtweise interessieren und dennoch eine Entscheidung treffen, die mein Kind selbst noch gar nicht treffen kann?
Gleichwürdigkeit bedeutet ja keineswegs, dass Erwachsene und Kinder dieselbe Verantwortung tragen. Wir begegnen einander mit gleicher Würde, haben aber unterschiedliche Aufgaben und Möglichkeiten. Diese Art von Beziehungsgestaltung müssen viele von uns erst kennenlernen und üben. In Coachings, in Elternberatungen, in Elterngruppen, durch Bücher, im Austausch mit anderen Eltern und natürlich im täglichen Zusammenleben mit unseren Kindern.
Ich bin überzeugt davon, dass Elternschaft ohne Lernen kaum gelingen kann. Unsere Kinder entwickeln sich, wir entwickeln uns, und mit jeder neuen Lebensphase stehen wir vor Fragen, auf die wir bisher noch keine Antwort haben. Wenn ich mein Kind gestern angeschrien habe, kann ich mich heute damit beschäftigen, wie es dazu gekommen ist. Ich kann Verantwortung für mein Verhalten übernehmen, mich bei meinem Kind entschuldigen und mir überlegen, was ich beim nächsten Mal ausprobieren möchte. Es kann dauern, bis ich im Alltag anders reagiere. Was ich früher erst im Nachhinein erkannt habe, bemerke ich womöglich eines Tages bereits mitten im Geschehen. Und mit viel Übung gelingt es mir immer häufiger, meine alten Reaktionen zu unterbrechen. Ich kann lernen, mich besser zu führen, damit ich auch meinem Kind mehr Orientierung geben
kann.
Und ich wünsche dir Menschen, bei denen auch du mit deinen Gefühlen Platz hast. Menschen, die sich dafür interessieren, wie es dir geht, die zuhören und bei dir bleiben können, wenn du traurig, ängstlich, wütend oder überfordert bist. Ich glaube, dass emotionale Einsamkeit dort weniger werden kann, wo Menschen die Erfahrung machen, mit ihren Gefühlen willkommen zu sein. Wo sie sich zeigen dürfen und erleben, dass jemand bei ihnen bleibt, auch wenn das Leben gerade schwierig ist. Genau diese Erfahrung wünschen wir uns für unsere Kinder. Und ich wünsche sie auch uns Erwachsenen.
* Eine Anmerkung: Auch wenn ich in diesem Artikel häufig von Müttern spreche, richtet sich der Text an alle Eltern, unabhängig von Geschlecht, Geschlechtsidentität oder sexueller Orientierung. Die Erfahrungen, über die ich schreibe, betreffen Mütter, Väter und Eltern in ganz unterschiedlichen Familienkonstellationen, selbstverständlich auch LGBTQ+-Familien. Der besseren Lesbarkeit halber und weil dieser Artikel für den Blog Babymamas geschrieben wurde, habe ich mich an vielen Stellen für die Bezeichnung „Mütter“ entschieden.
Über die Autorin
(c) Theresa Heiser-Pewal 2025
Sandra Teml-Wall ist Pädagogin, psychologische Beraterin, Einzel- und Paarcoach sowie Eltern- und Familienberaterin. Seit vielen Jahren begleitet sie Menschen in ihrer Wiener Praxis, der Wertschätzungszone, dabei, sich selbst und ihre Beziehungen besser zu verstehen und ihr Leben eigenverantwortlich zu gestalten. www.wertschaetzungszone.at
Gemeinsam mit Jeannine Mik schrieb sie die SPIEGEL-Bestseller „Mama, nicht schreien!“ und „Keine Angst, Mama!“. Mit ihrem Mann Martin veröffentlichte sie 2023 das Buch „Ent-Eltert euch! Wie wir die emotionale Abhängigkeit von unseren Eltern überwinden und endlich uns selbst leben“.
Auf ihrem Instagram-Kanal @wertschaetzungszone zeigt Sandra mit humorvollen und augenzwinkernden Reels aus dem Familienalltag, wie sich differenzierungsbasiertes & beziehungsorientiertes Leben im Alltag gestalten lässt. Sie greift vertraute Situationen aus Elternschaft und Paarbeziehungen auf, in denen wir uns selbst wiedererkennen können, und lädt mit einer guten Portion Humor dazu ein, auf unsere eigenen Reaktionen und Beziehungsmuster zu schauen.
Sandra ist Mutter von drei erwachsenen Kindern, Bonusmutter von zwei erwachsenen Töchtern und inzwischen auch Großmutter. Sie lebt mit ihrem Mann Martin in einer Patchworkfamilie. Der emotionale Klimawandel in Familien liegt ihr seit vielen Jahren am Herzen. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich besonders mit Differenzierung: Wie können wir uns in emotional bedeutsamen Beziehungen als eigenständige Menschen zeigen, Verantwortung für uns selbst übernehmen und gleichzeitig in Verbindung bleiben?









