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Mit der Ankunft eines Babys verändert sich das ganze Leben. Plötzlich dreht sich fast alles um Stillen oder Fläschchen geben, Wickeln, Schlafen, Trösten und ganz viel Kuschelzeit. Der Haushalt rückt automatisch in den Hintergrund, und das ist auch völlig in Ordnung. Gleichzeitig bringt so ein kleiner Mensch erstaunlich viele Dinge mit sich. Windeln, Feuchttücher, Spucktücher, Kleidung, Pflegeprodukte, Fläschchen, Schnuller, Spielzeug und später Beikostzubehör. Da kann selbst ein gut organisiertes Zuhause schnell überfüllt wirken.

Gastartikel Ordnung mit Baby(c) Desiree Schweiger

Viele Eltern kennen das Gefühl, den ganzen Tag aufzuräumen und trotzdem herrscht am Abend noch immer Chaos. Genau hier hilft ein einfaches, durchdachtes Ordnungssystem. Es muss nicht perfekt sein. Es muss zu eurem Alltag passen, kurze Wege ermöglichen und euch entlasten.

Denn Ordnung mit Baby soll nicht noch mehr Arbeit machen. Sie soll dafür sorgen, dass ihr weniger suchen müsst, Routinen leichter fallen und mehr Energie für das bleibt, was wirklich zählt: die Zeit mit eurem Baby.

Rund ums Füttern

Gerade in den ersten Monaten verbringt man sehr viel Zeit mit Füttern. Egal ob Stillen oder Fläschchen, oft möchte man danach nicht sofort aufstehen, weil das Baby eingeschlafen ist oder man selbst einfach kurz durchatmen möchte.

Deshalb empfehle ich eine kleine Box oder einen Korb, der immer griffbereit steht. Darin können zum Beispiel Spucktücher, Stilleinlagen, Taschentücher, eine Wasserflasche, Lippenpflege und kleine Snacks für dich Platz finden. So hast du alles in Reichweite und musst nicht mit Baby im Arm durchs Zuhause laufen.

Wenn dein Baby Fläschchen bekommt, lohnt sich auch hier ein klares System. Flaschen, Sauger, Deckel und Reinigungszubehör sollten einen festen Platz haben. Flaschen kannst du zum Beispiel in einem Magazinhalter oder einer schmalen Box aufbewahren, damit sie nicht ständig umfallen. Kleine Teile wie Sauger, Deckel oder Dichtungsringe lassen sich gut in kleinen Schubladenorganizern oder transparenten Boxen sortieren.

Zum Trocknen eignet sich ein Abtropfständer. Diese lassen sich später auch noch für Trinkbecher, Jausenboxen Zubehör oder kleine Küchenutensilien weiterverwenden.

Sobald dein Baby mit Beikost startet, gibt es noch mehr zu organisieren. Hänge Lätzchen direkt mit einem Haken an den Hochstuhl oder bewahre sie in einer kleinen Box in der Nähe auf. Feuchttücher oder ein feuchter Waschlappen sollten ebenfalls griffbereit sein. So sparst du bei jeder Mahlzeit unnötige Wege.

Zusätzlicher Tipp: Lege dir eine kleine Beikostzone in der Küche an. Dort kannst du Lätzchen, Babylöffel, kleine Schüsseln, Trinkbecher und waschbare Tücher gemeinsam aufbewahren. 

(c) Desiree Schweiger

Rund ums Wickeln

Ein gut organisierter Wickelplatz spart im Alltag unglaublich viel Zeit und Nerven. Am besten richtest du den Wickeltisch so ein, dass alles, was du mehrmals täglich brauchst, direkt griffbereit ist. Windeln, Feuchttücher, Creme, Pflegeprodukte, Spucktücher und Ersatzkleidung sollten so verstaut sein, dass du sie mit einer Hand erreichen kannst.

Wenn du keinen klassischen Wickeltisch hast oder gerne flexibel bist, ist ein Wickelcaddy oder eine tragbare Wickelbox eine wunderbare Lösung. Darin bewahrst du alle Essentials auf, also Windeln, Feuchttücher, Creme, Wickelunterlage, Pflegeprodukte, Spucktücher und eventuell ein kleines Spielzeug zum Ablenken. So kannst du den Caddy einfach mitnehmen, wenn du am Boden oder in einem anderen Raum wickeln möchtest.

Auch ein Rollwagen kann praktisch sein, wenn du mehr Stauraum brauchst. Darin kannst du Windeln, Feuchttücher, Wundschutzcreme, Pflegeprodukte, Spucktücher, kleine Spielsachen, Lätzchen und Ersatzkleidung aufbewahren. Der Vorteil: Du kannst alles von einem Raum in den nächsten rollen.

Zusätzlicher Tipp: Wenn ihr in einem Haus oder auf mehreren Ebenen wohnt, richte dir auf jeder Etage eine kleine Wickelstation ein. Es muss kein kompletter Wickeltisch sein. Eine kleine Box mit Windeln, Feuchttüchern, Creme und einer Unterlage reicht oft schon aus.

Die Wickeltasche

Eine gut gepackte Wickeltasche kann unterwegs sehr viel Stress vermeiden. Am besten wählst du eine Tasche mit mehreren Fächern und genug Platz. Noch wichtiger als die Tasche selbst ist aber das Innenleben.

Verwende kleine Täschchen, um ähnliche Dinge gemeinsam aufzubewahren. Zum Beispiel ein Täschchen für Windeln und Feuchttücher, eines für Ersatzkleidung, eines für Essen und Snacks und eines für Pflege oder Notfälle.

In die Wickeltasche gehören je nach Alter deines Babys zum Beispiel Windeln, Feuchttücher, Wickelunterlage, Ersatzkleidung, Spucktuch, Schnuller, kleine Spielsachen, Snacks, Fläschchen oder Trinkbecher, Müllbeutel und eventuell ein Wechselshirt für dich.

Ich empfehle dir eine einfache Checkliste. Besonders Dinge, die regelmäßig aufgefüllt werden müssen, werden schnell vergessen. Richte deshalb im Eingangsbereich eine kleine Nachfüllstation ein. Dort können Windeln, Feuchttücher, Snacks und Ersatzschnuller bereitliegen. So musst du nicht kurz vor dem Rausgehen alles zusammensuchen.

Am besten wird die Wickeltasche am Abend vorbereitet. Mit Baby das Haus zu verlassen, ist oft ohnehin schon eine kleine logistische Herausforderung. Da hilft es enorm, wenn die Tasche bereits fertig gepackt ist. 

Zusätzlicher Tipp: Rolle Ersatzkleidung klein zusammen und fixiere sie mit den Socken. So bleibt das Set kompakt und du hast sofort ein vollständiges Outfit griffbereit.

Kinderwagen Organizer

Auch beim Spazierengehen ist es praktisch, die wichtigsten Dinge schnell zur Hand zu haben. Ein Kinderwagen Organizer, der an der Lenkerstange befestigt wird, ist dafür sehr hilfreich. Darin finden Schnuller, Feuchttücher, Taschentücher, Schlüssel, Handy und kleine Snacks Platz. Achte darauf, dass der Organizer nicht zu schwer beladen wird, damit der Kinderwagen sicher steht. Dinge, die du nicht ständig brauchst, sind unten im Korb meist besser aufgehoben. 

Zusätzlicher Tipp: Bewahre im Kinderwagen dauerhaft ein kleines Notfallset auf. Zum Beispiel eine Windel, ein kleines Päckchen Feuchttücher, ein Spucktuch und eine dünne Decke. So bist du auch dann vorbereitet, wenn es einmal schnell gehen muss.

Kleidung organisieren

Babykleidung ist klein, aber sie sammelt sich schnell in erstaunlichen Mengen an. Außerdem wachsen Babys oft schneller aus Kleidung heraus, als man denkt. Deshalb ist ein gutes System im Kleiderschrank oder in der Wickelkommode besonders wichtig.

Ich empfehle, immer die aktuelle Größe und die nächste Größe griffbereit aufzubewahren. Sortiere dabei nicht nur nach dem Etikett, sondern auch nach Augenmaß, denn die Schnitte fallen je nach Marke sehr unterschiedlich aus.

Wenn du einen Wickeltisch mit Schubladen hast, sind kleine Boxen oder Schubladeneinsätze besonders praktisch. Strampler, Bodys, Hosen, Schlafanzüge und Co. kannst du gefilefolded, also als kleine Päckchen aufrecht stehend, in die Schubladen stellen. So siehst du auf einen Blick, was vorhanden ist, und musst keine Stapel durchwühlen.

Ordne die Kleidung nach Kategorien, zum Beispiel Langarmbodys, Kurzarmbodys, Strampler, Hosen, Schlafanzüge, Socken und Mützen. Wenn genug Platz vorhanden ist, kannst du zusätzlich nach Größe sortieren. Beschriftungen helfen dabei, dass sich auch andere Familienmitglieder, die Oma, der Babysitter oder helfende Hände sofort zurechtfinden.

Sehr hilfreich ist außerdem je eine Box für zu große und für zu kleine Kleidung. In die Box für zu große Kleidung kommen Teile, die du schon vorgekauft oder geschenkt bekommen hast und die aktuell noch nicht passen. So bleiben sie im Blick und du kannst regelmäßig prüfen, ob schon etwas davon getragen werden kann.

In die Box für zu kleine Kleidung legst du alles sofort hinein, sobald du bemerkst, dass es nicht mehr passt. Wenn die Box voll ist, kannst du die Kleidung in eine beschriftete Aufbewahrungsbox geben, wenn du sie für ein weiteres Baby aufheben möchtest. Wenn du sie nicht mehr brauchst, kannst du sie weitergeben, verkaufen oder spenden.

Zusätzlicher Tipp: Kontrolliere etwa alle zwei bis vier Wochen kurz die Größen. Gerade im ersten Jahr passiert es schnell, dass Kleidung ungetragen zu klein wird, weil sie in einer Schublade vergessen wurde.

Gastartikel Ordnung mit Baby Wickelntray Kleidung(c) Desiree Schweiger

Spielzeug

In den ersten Monaten haben Babys meist noch nicht sehr viel Spielzeug. Trotzdem lohnt es sich, von Anfang an einfache Plätze dafür festzulegen. Ein Korb im Wohnzimmer, einer im Kinderzimmer und vielleicht ein kleiner Korb in der Küche reichen oft völlig aus. Wenn das Spielzeug mehr wird, ist es sinnvoll, nach Kategorien zu sortieren. Zum Beispiel Greiflinge, Stofftiere, Bücher, Bauklötze oder Fahrzeuge. 

Kleine Routinen, große Wirkung

Ordnung mit Baby funktioniert am besten, wenn sie nicht von langen Aufräumaktionen abhängig ist. Kleine Routinen sind viel realistischer.

Räume zum Beispiel immer dann kurz etwas zurück, wenn du ohnehin den Raum wechselst. Nimm leere Fläschchen mit in die Küche, bring Kleidung direkt zur Wäsche oder lege Spielsachen zurück in den Korb. Es geht nicht darum, ständig aufzuräumen. Es geht darum, kleine Handgriffe in den Alltag einzubauen.

Eine Abendroutine kann ebenfalls sehr helfen. Zehn Minuten reichen oft aus, um Wickelplatz aufzufüllen, Wickeltasche zu kontrollieren, Fläschchen vorzubereiten, Spielzeug einzusammeln und die Küche grob in Ordnung zu bringen. So startet der nächste Tag entspannter.

Weniger ist oft mehr

Ein Baby braucht vieles, aber nicht alles. Gerade beim ersten Kind sammelt man schnell Dinge an, die man kaum verwendet. Deshalb lohnt es sich, regelmäßig zu prüfen, was wirklich gebraucht wird. Frage dich: Verwenden wir das aktuell? Passt es noch? Erleichtert es unseren Alltag? Oder nimmt es nur Platz weg? Dinge, die nicht mehr passen oder nicht genutzt werden, sollten möglichst rasch aus dem Alltag verschwinden. So bleibt mehr Platz für das, was ihr wirklich braucht.

Ordnung mit Baby bedeutet nicht, dass alles immer perfekt aussieht. Es bedeutet, dass euer Zuhause euch unterstützt. Dass ihr die wichtigsten Dinge schnell findet. Dass Wege kürzer werden. Dass Routinen leichter fallen. Und dass ihr mehr Ruhe im Alltag habt. Mit einfachen Systemen, festen Plätzen und kleinen Routinen kann Ordnung auch mit Baby funktionieren. Nicht perfekt, aber alltagstauglich. Und genau das ist das Ziel.


Über die Autorin

Desiree Schweiger ist seit 2019 Ordnungscoach und Gründerin von simply organized. Sie ist selbst Mutter von zwei Kindern und weiß aus eigener Erfahrung, wie sehr ein gut durchdachtes Ordnungssystem den Familienalltag erleichtern kann.

Nach der Geburt ihrer Kinder wurde ihr bewusst, wie wertvoll einfache, alltagstaugliche Systeme sind. Heute unterstützt sie viele Familien und Ordnungssuchende dabei, individuelle und effiziente Ordnungssysteme zu entwickeln und umzusetzen. 

Weitere Tipps rund ums Ordnung schaffen und Ordnung halten findest du auf meiner Website www.simplyorganized.at und auf Instagram unter @simply_organized_vienna

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