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Wir alle befinden uns in einer absoluten Ausnahmesituation. Wir sollen unsere Kinder selbst betreuen und zuhause bleiben - der Gesundheit aller zuliebe. Das kann eine große Herausforderung sein. Die Kinder sind vielleicht frustriert und gelangweilt und wir Eltern können auch ganz leicht an unsere Limits kommen. Serena hat viele Tipps für uns, denn sie betreut ihre zwei Kinder zuhause und lebt "kindergartenfrei". Diese intensive Familienzeit ist zwar eine große Herausforderung für die meisten, aber gleichzeitig auch eine tolle Chance um näher zusammenzuwachsen.

Jeder Mensch ist anders, jede Familie ist anders. Es gibt nicht die eine richtige Art, wie diese Zeit gestaltet werden kann, sodass es allen Familienmitgliedern gut dabei geht. Gerne teile ich hier ein paar Ideen und Erfahrungen aus meinem Selbstbetreueralltag mit Kindern im Kindergartenalter mit dir und erzähle, wie „Zuhause-Tage“ bei uns meist gut verlaufen. Denn bei all der Herausforderung kann diese intensive Zeit gemeinsam auch eine Chance sein. 

Gut auf dich selber achten! 

Neben ausreichend Schlaf und nährstoffreicher Ernährung finde ich es besonders wichtig, als Elternteil immer wieder in sich hineinzufühlen - bin ich dabei gereizt zu werden, brauche ich einen Moment nur für mich? Dann hilft es, das auch klar zu kommunizieren: „Ich möchte jetzt 10 Minuten hier alleine sein. Dann komme ich wieder zu dir.“ Oft gibt eine Sanduhr oder ein Wecker den Kindern das Vertrauen, dass wir dann verlässlich wieder verfügbar sind.  

Auch hilfreich: Wenn die Kinder gerade in eine Aktivität vertieft sind können wir uns selbst fragen: Wie geht es mir gerade? Kann ich diesen Moment jetzt für mich nutzen? Ein paar Minuten hinlegen, etwas trinken oder eine Kleinigkeit essen, ein paar Seiten lesen, mit einer Freundin telefonieren um Austausch mit anderen Erwachsenen zu haben, Fenster auf und Frischluft schnuppern. Oder auch ein bisschen aufräumen, wenn es mein Bedürfnis nach Ordnung ist, das sich gerade meldet. So schöpfst du immer wieder Energie und vermeidest es, ganz an dein Limit zu kommen, weil du deine eigenen Bedürfnisse rechtzeitig erkennst und erfüllst. Denn so ein Tag zuhause kann ganz schön lange werden, wenn man nicht genug aufgetankt ist. 

Erwartungen anpassen und Konflikte friedlich austragen! 

Die Erwartung, dass in den nächsten Wochen pure Harmonie herrschen muss, kann nur zu Enttäuschung führen. Das ist unmöglich, denn Konflikte gehören nun mal dazu. Doch das Schöne daran, viel Zeit zu haben, ist, dass man den Kinder ruhig mal mehr Zeit lassen kann selbst eine Lösung zu finden. Oder um Konflikte gemeinsam in Ruhe und mit konstruktiven Gesprächen auszutragen. Hast du schon von Gewaltfreier Kommunikation gehört? Wenn nicht, lies dich doch mal ein.

Die Art, wie wir mit unseren Kindern kommunizieren hat einen großen Einfluss darauf, wie Konflikte verlaufen und in weiterer Folge wie unser Familienklima ist. 

Und wenn doch einmal die Fetzen fliegen, dann steht uns in diesen Wochen wieder die extra Zeit beiseite: Die Zeit, um zu besprechen, was da vorher los war, wie es jedem damit gegangen ist, sich eventuell zu entschuldigen und natürlich um sich ausreichend zu versöhnen. 

Vorbereitet sein! 

Es hilft, einen Plan zu haben. Es muss definitiv kein ausgefeilter Plan für den ganzen Tag sein, aber ich finde es beruhigend eine besondere Aktivität in petto zu haben, die ich mir am Vorabend überlegt habe. Einfach um zu wissen: Wenn wir alle anstehen und nicht weiter wissen, dann gibt es da etwas Schönes, das wir machen können, um dem Tag eine neue Wendung zu geben.

Ein paar Ideen: Spezielle Bastelprojekte oder einfach ein Material, das wir ihnen zum freien Experimentieren anbieten. Ein neues Keksrezept, oder auch die Lieblingskekse backen. Ein spezielles Buch hervorholen, das die Kinder noch nicht kennen. Untertags baden. Gesichter bemalen. Papfierflieger basteln. Musik aufdrehen und tanzen. Musikinstrumente selber basteln. Salzteig selber machen und bearbeiten. Wissenschaftliche Experimente. Ein kurzes Video auf Youtube schauen zu einem Thema, das die Kinder interessiert. Pyjamatag machen.

Was außerdem nützlich sein kann: Gemeinsam ein Brainstorming machen und ein Poster mit Ideen gestalten. Was wünscht sich jeder für diese Wochen, welche Ideen gibt es? Hängt es gut sichtbar für alle auf, zum Beispiel neben dem Essplatz, um gleich in der Früh inspiriert zu werden. Tägliche Ideen liefert auch Bitti Jurda vom Kinderatelier —> HIER anmelden für tägliche Inspiration per email

Selbst aktiv sein! 

Die viele Zeit kannst du für etwas Neues nutzen. Ein Sport-Tutorial auf YouTube einstellen und mitmachen. Ein langersehntes Nähprojekt starten. Jonglieren lernen. Die Möglichkeiten der neuen Dinge, die man von Zuhause ausprobieren kann, sind unbegrenzt und können einen wichtigen Beitrag zu unserer eigenen Zufriedenheit leisten. Wenn wir Eltern selbst aktiv werden, passieren meiner Erfahrung nach meistens eines dieser zwei Dinge: Entweder die Kinder sind voll begeistert und machen mit, oder sie sehen, dass ich beschäftigt bin und suchen sich selbst eine andere Beschäftigung. Und manchmal, da will es einfach nicht klappen. Ist in Ordnung, dann lesen wir miteinander ein Buch und ich starte später einen neuen Versuch.

Gemeinsam den Haushalt schupfen! 

Der Haushalt kann jetzt im Kindertempo erledigt werden. Am besten ohne Perfektionsdrang. Miteinander Frühjahrsputz machen. Wäsche zusammenlegen und verstauen. Fenster putzen. Alle Schuhe gründlich putzen. Sommergewand durchprobieren und aussortieren. Pflanzen abstauben. Kochen und - egal wie viel Schmutz dabei entsteht - es gibt genug Zeit danach wieder zu säubern. Vielleicht ist das ja eine passende Gelegenheit, um ganz besondere Rezepte zu probieren? Oder um deine Kleinen das erste Mal ein Ei selbst aufschlagen zu lassen? Oder etwas ältere Kindern alleine kochen zu lassen (mit Unterstützung, wenn gewünscht). Vielleicht Restaurant spielen, ein Menü überlegen, Speisekarte basteln, fein decken und servieren. 

Die extra Zeit ist auch eine Gelegenheit darüber nachzudenken, wie die Kinder im normalen Alltag in den Haushalt eingebunden werden und wie das noch erweitert werden kann. Jetzt hast du Zeit zu reflektieren, es mit den Kindern zu besprechen und auszuprobieren. Im Internet findest du zahlreiche Listen an Haushaltsaufgaben und eine Orientierungshilfe, für welches Alter sie geeignet sein könnten. Das kannst du ja für deine Kinder anpassen.

Hilfreich kann es sein, sich auch in Sachen Haushalt für jeden Tag etwas Spezielles vorzunehmen. Eine Art Anker, eine (zeitlich und vom Aufwand her realistische) Aufgabe, die zu erledigen ist, um nicht nur in den Tag hineinzuleben sondern das Gefühl zu haben, etwas geschafft und voran gebracht zu haben.


Foto: Halfpoint, Adobe Stock

Freies Spiel! 

Viel Zeit zuhause bedeutet, dass die Kinder voll ins freie Spiel eintauchen können. Es gibt keinen Termin, zu dem man hetzen muss. Einfach Zeit zum Spielen. Das freie Spiel hat für Kinder, weit über das Kindergartenalter hinaus, eine ganz besondere Bedeutung. Durchs Spielen lernen sie! Sie erweitern und verfestigen diverse Kompetenzen und Fähigkeiten, strengen sich besonders an, sind hoch konzentriert, arbeiten im Team und auch mal alleine, gehen an ihre Grenzen. Und und und. Jetzt als Eltern die Zeit zu haben unsere Kinder einfach mal beim freien Spiel zu beobachten, gibt uns die Gelegenheit all das informelle Lernen, das dabei stattfindet, zu erkennen. Schau zu und lass dich von deinen Kindern überraschen. Du könntest eine Mindmap oder Stichwortliste machen mit allem, was dir dazu einfällt. Auf einem Papier festgehalten zu sehen, was da eigentlich so alles passiert, wenn Kinder „einfach nur spielen“, kann ganz schön faszinierend sein.

Flexibel sein! 

Zu guter Letzt: Egal was für Plan, egal was für Vorhaben du für den Tag hattest - wenn du merkst, dass eure Bedürfnisse gerade ganz andere sind, dann gibt es nur eines: Go with the flow!

In diesem Sinne wünsche ich allen eine möglichst schöne und gesunde Zeit in den eigenen vier Wänden. 

 

Danke für den Beitrag an Serena!

Serena ist Mutter von zwei Kindern, die 4 und 6 Jahre alt sind. Sie lebt mit ihrer Familie kindergartenfrei und verbringt ihre Zeit mit allen möglichen spannenden Dingen. Auf meinem Blog  www.languagepot.com geht es um das multikulturelle und mehrsprachige Wien. Genauer gesagt um multikulturelle Familien und mehrsprachiges Aufwachsen. Schaut vorbei!

 

Lesetipps:

Infos zu gewaltfreier Kommunikation: https://www.gewaltfrei.at/ueber-die-gewaltfreie-kommunikation

Lass die Kinder mithelfen - Haushaltsaufgaben gestaffelt nach Alter: https://www.betreut.de/wp-content/uploads/sites/19/2014/03/Checkliste_KinderHaushaltsaufgabeneinbeziehen.pdf

 

Weitere Gastbeiträge von Serena:

Familienleben ohne Kindergarten: http://www.babymamas.at/index.php/gesund-und-ernaehrung/885-familienleben-ohne-kindergarten-co

Unterwegs mit dem Lastenrad: https://www.babymamas.at/index.php/unterwegs-mit-baby/902-unterwegs-mit-dem-lastenrad

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